Hybridgebäude Brodbeck
Ein Ensemble aus Werkhof, Hallen und Bürogebäuden wird um eine Hybrid Struktur aus Büro und Parkhaus erweitert. Der Ort ist geprägt durch Container, Maschinen und Baumaterialien, die für den Bau von Straßen und Gebäuden gebraucht werden. Bauen, eine handwerkliche Tätigkeit, erfordert Werkzeuge, die sich über Jahrhunderte spezifisch entwickelt haben. Deren wichtigste und auffälligste Eigenschaft ist ihre Nützlichkeit. Die Architektursprache ist von der formalen Logik dieser vor Ort allgegenwärtigen Objekte inspiriert und versteht sich primär als Hilfsmittel. Jedoch nicht um, wie bei Werkzeugen üblich, die Veränderung eines Werkstücks zu erreichen, sondern um ein Hintergrund zu sein für die Tätigkeiten, die darin stattfinden. Ähnlich einer übergroßen Regalstruktur finden Autos und Büroräume gleichermassen Ihren Platz im Gefüge. Der Entwurf ist somit eine Fortschreibung der kräftigen Strukturen seiner Umgebung und drückt sich durch gestapelte Betonelemente an der Fassade aus, deren roh belassene Oberfläche und pragmatische, industrielle Fügung ist eine Hommage an das Gewerk Rohbau, dem Tätigkeitsfeld der Bauherrschaft. Parkplätze auf 4 Geschossen erzeugen die Infrastruktur für die Mitarbeitenden, ermöglichen jedoch auch zukünftige Lagerflächen für Material und Maschinen. Die Fassade der oberen Geschosse wird um einen umlaufenden Aussenraum zurückgesetzt, der Verschattung sowie Bezüge zur Landschaft und zum angrenzenden Werkhof ermöglicht. Die umlaufende Anordnung der Büros an der Fassade spielen Flächen an einem zentralen Innenhof frei, an den sich die öffentlichen Nutzungen wie Empfang, Teeküche, Besprechungsräume sowie temporäre offene Arbeitsplätze anlegen. Beton wird, wo möglich sichtbar belassen und prägt den rohen Charakter der Innenräume. Flexibel und robust zugleich, leistet das Gebäude seinen Dienst, stellt seine Tauglichkeit in den Vordergrund, und besitzt durch eine konstruktive Klarheit eine ästhetische Eigenständigkeit.
Lph 1-4
Fotos. Joshua Delissen, Jan Seidel